Samstag, 27. Mai 2017

Der Näher - Rainer Löffler

Ein extremer, fesselnder Thriller mit abstrusem Hintergrund


Der Thriller "Der Näher" ist der dritte Teil der Reihe um Fallanalytiker Martin Abel. Die Reihe von Autor Rainer Löffler erscheint im Bastei Lübbe Verlag. 

Fallanalytiker Martin Abel wurde nach den letzten lebensgefährlichen Fällen von seinem Chef in eine etwas passivere Rolle gedrängt, er bildet junge Polizisten aus. Das ist jedoch nicht sein Ding und schliesslich schickt ihn der Chef ins ruhige Gummersbach. Dort liegen zwei Vermisstenfälle vor. Die Suche nach den Hintergründen der schwangeren Frauen wird jedoch alles andere als reine Routine und harmlose Aufklärung. Abel gerät erneut in eine brisante Geschichte, die seinesgleichen sucht.



Dieses Buch ist mein erstes von Rainer Löffler und so lerne ich Martin Abel kennen, der sich in die Psyche von Menschen hineindenken kann wie kein anderer. Ich hatte keine Probleme, mich  in die Geschichte ohne Vorkenntnisse hineinzudenken. 

Abel wird zur Unterstützung nach Gummersbach geholt und aus seiner Perspektive erfahre ich die Fakten im Fall der vermissten Frauen. Aber es gibt noch weitere Perspektiven, die mir das Blut gefrieren liessen, nämlich die der Opfer und des Täters. 

Rainer Löffler schreibt in einem sehr lebendigen und temporeichen Schreibstil, der sich hervorragend lesen lässt. Man hat nicht nur die Szenerie bildhaft vor Augen, sondern auch die schrecklichen Situationen der Opfer und die bizarre Welt des Täters. Gruseliger und fesselnder geht es kaum. Der Plot wirkt nicht sehr konstruiert, wobei der realistische Hintergrund schon sehr außergewöhnlich und bizarr ist. Dieser Thriller ist nichts für Zartbesaitete, aber es ist durchaus auszuhalten. Hier behauptet sich ein deutscher Autor mal gekonnt gegen seine amerikanischen Kollegen, bei denen die Dramatik und die Brutalität ja auch recht hoch angelegt ist.

Der Hauptprotagonist Martin Abel ist ein interessanter Charakter, mir hat sehr imponiert, wie tief er in den Fall gedanklich eintaucht und dabei private Dinge ausblenden kann. Aber auch seine Kollegin Doris Stange finde ich super, sie ist tough, körperlich unerwartet einsatzfähig und riskiert schon mal eine kesse Lippe, die mich mehrfach erheitert hat. Solche Ermittler braucht ein Thriller, wenn er komplett begeistern soll.
 
In diesem Buch gibt es viele Passagen, die sich in den Gedanken des Täters und auch des Fallanalytikers Abel abspielen. Dadurch tastet man sich langsam an die schwierige Hintergrundgeschichte des Täters heran und entdeckt gemeinsam mit Abel die gruseligsten Einzelheiten aus dem Täterleben. Eine fast unvorstellbare medizinische Sonderbarkeit liefert den Grund für die psychopathische Art des Täters. Dieser Thriller ist fesselnd, grausam und er erfordert starke Nerven, denn hier geht es in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche und der medizinischen Abstrusitäten. 
 


Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem etwas abstrusen Hintergrund, den ich nur harten Thrillerlesern empfehlen möchte. Aus diesem Holz müssen Thriller geschnitzt sein, um volle 5 Sterne zu verdienen. 


***Dieses Buch habe ich auf lovelybooks gewonnen! Herzlichen Dank dafür an den Bastei Lübbe Verlag!***




Freitag, 26. Mai 2017

Freitags-Füller # 39



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Bei Milka fällt mir auf Anhieb die lila Kuh ein, die früher als Reklamegag für die Schokoladenmarke ein Symbol wurde.

 

2. Wenn man sich Modezeitschriften ansieht, gibt es dort selten noch alltagstaugliche Kleidung, das meiste ist selten tragbar und eher sehr spektakulär. 


3. Ich verstehe nicht, was die vielen Schnapsleichen am Vatertagstag vom Volllaufenlassen haben, die Natur und Landschaft geniessen sie auf keinen Fall.


4. Wirklich gute Literatur, Filme und Mode erkennt man besonders an einem entscheidenden Merkmal: Sie ist zeitlos.

 

5. Das Gefühl von Unverständnis habe ich, wenn ich von den abscheulichen, menschenverachtenden Gewalttaten höre.   

 

6. Aqua-Joggen ist wie für mich gemacht.



7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend, morgen habe ich Einkaufen und Fenster putzen  geplant und Sonntag werde ich vielleicht eine kleine Radtour unternehmen, das hängt allerdings vom Wetter ab.

 

Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! 


Donnerstag, 25. Mai 2017

Top Ten Thursday # 23



Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, natürlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann. Schaut doch einfach mal vorbei!

Das heutige Thema lautet:

10 Bücher, deren Titel mit einem "K" beginnen:

 
Dieses Mal hatte ich die Qual der Wahl, denn ich habe aus einer Auswahl von gut 20 Titeln auswählen können. 

Meine Auswahl:
 

Almstädt, Eva - Kalter Grund 1
  
Zindel, Mireille - Kreuzfahrt
  
Bauer, Christian - Klara Klühs und die weiße Jade

Kirschblüten und rote Bohnen

Durian Sukegawa

Kruse, Tatjana - Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich   

Baldursdottir, Kristin Marja - Kühl graut der Morgen
 
Pauly, Gisa - Kurschatten 7     


Durst-Benning, Petra - Kräuter der Provinz


Krabbenbrot und Seemannstod

Cornelia Kuhnert 


Habt ihr Gemeinsamkeiten auf eurer Leseliste? 
Ich wünsche euch einen schönen Feiertag, den Vätern natürlich einen angenehmen Vatertag! Hier lädt das Wetter zum Lesen ein. 

Liebe Grüße, eure Sommerlese!




Mittwoch, 24. Mai 2017

Biete Krise, suche Glück - David Foenkinos

 

Wenn das Pech dich verfolgt

 
Der Penguin Verlag verlegt 2017 David Foenkinos Roman "Biete Krise, suche Glück" in einer Übersetzung von Christian Kolb. Die deutsche Erstausgabe erschien 2014 unter dem Titel "Zurück auf Los".

Es geht um den 50-jährigen Bernard, ein ruhiger Bankangestellter, verheiratet und Vater einer Tochter. Halt ein ganz normaler Durchschnittsbürger.
Es beginnt damit, dass seine Tochter auszieht. Dann gerät seine Ehe mit Nathalie in eine Krise und sie verlässt ihn. Mit einem Schlag ist das gewohnte Leben Bernards vorbei, eine Katastrophe jagt die nächste und das Pech verfolgt ihn. Er verliert seinen Job, zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und muss zu seiner Schande nun wieder bei seinen Eltern unterkriechen - in seinem alten Kinderzimmer findet er eine Bleibe. Wie geht es nun weiter mit ihm?
 
 


Dieses Buch beschreibt einen stinknormalen Mann in den besten Jahren, der durch einige persönliche Wendungen in seinem Leben aus der Bahn geworfen wird.
Der Schreibstil hat mich sehr überrascht, denn Foenkinos hat einen erstaunlichen Erzählfluss, der sich aus einer interessanten Mischung aus Melancholie, Tiefgründigkeit und Humor zusammensetzt.
Dabei beschreibt der Autor genüsslich Einzelheiten aus dem Leben Bernards, jeder Fehltritt, jede Stimmung, jedes Erlebnis wird peinlich genau ausgebreitet.

"Ich hatte nichts mehr. Und das sollte erst der Anfang sein."
Zitat Bernards Seite 65


Bernards Pechsträhne rührt mich an, ich fühle mit ihm wie er so sein Innerstes nach Außen kehrt und den Leser an seinen tiefsten Gedanken Anteil nehmen lässt. Doch das hat allerdings auch lustige Züge, denn einiges hat er sich mit seiner etwas trotteligen Art selbst zuzuschreiben.

Als sich seine Frau von ihm trennt, kommt Bernard zu dem Schluss:
"Nach so vielen Jahren der Leichtigkeit mit seiner Frau... Leichtigkeit geht ja spielend in Sorglosigkeit über; und Sorglosigkeit in Gleichgültigkeit gegenüber dem anderen." Zitat Seite 105

Er zieht zu seinen Eltern, die scheinbar in geordneten Bahnen nebeneinander herleben. Doch die Einzige, die ihn aufbaut und wieder Mut macht ist seine Tochter.
In der Familie sind nicht alle aus demselben Holz geschnitzt. Wir bilden ein seltsames Häuflein, ein "genetisches Mysterium". Zitat Seite 157

Irgendwann beginnt endlich die erhoffte Selbstfindung und Bernard wagt einen etwas wackeligen Neuanfang.   
 
Dieses Buch unterhält mit einer ganz besonders spritzigen Leichtigkeit, die gelungene Mischung aus Melancholie und Humor macht den speziellen Reiz der Geschichte aus.  
 
 
***Herzlichen Dank an den Penguin Verlag und an das Blogger-Portal für dieses Buch! Ich habe mich sehr darüber gefreut!*** 

 

Mörderischer Freitag - Nicci French

Leider eine echte Enttäuschung

 

"Mörderischer Freitag" ist der 5. Band der Thriller-Reihe von Autoren-Duo Nicci French. Die Reihe erscheint im Penguin Verlag.

Frieda Kleins Ex-Lebensgefährte Sandy wird ermordet in der Themse aufgefunden. An seinem Handgelenk trägt er ein Patientenarmband mit ihrem Namen. Frieda ist tief getroffen und wird Tatverdächtige angesehen. Doch bevor es zur Anklage kommt, hat Frieda Klein sich abgesetzt und ermittelt auf eigene Faust.


Bei dieser Buchreihe bin ich mit diesem Band, immerhin Nr. 5,  sozusagen als Quereinsteiger eingestiegen. Keine gute Idee, wie sich beim Lesen herausgestellt hat. 

Aber von vorn. Der Thriller beginnt mit einem grandiosen Prolog, in dem das Kind Kitty die Hauptrolle spielt. Leider ist im folgenden Buch nie wieder die Rede von dieser Kitty. 

Der erste Mordfall geschieht und die Spuren des Ermittelnden Detectives Hussein und Bryant führen zu Dr. Frieda Klein. Sie war vor einiger Zeit mit dem Toten liiert, hatte sich aber von ihm getrennt. War sie wirklich die Täterin?
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch voll bei der Sache und der Thriller zog mich mit sich. Doch dann begann Frieda Klein, die von der Polizei für schuldig gehalten wird, selbst zu recherchieren. Sie taucht unter und irrt scheinbar ziellos durch London, sucht Bekannte des Toten auf, die sie befragt. 

Diese Frieda Klein ist für mich eine merkwürdige Person, sie wird in diesem Buch leider nicht näher beschrieben, aber sie nahm wie selbstverständlich den Platz der Protagonistin ein. Eine Figur, die auf mich so unbeschrieben wirkt wie ein leeres Blatt. Hier stellte sich mir die Frage, ob man diesen Band ohne Vorkenntnisse überhaupt lesen kann. Ich widmete mich weiter Friedas Ermittlungen, nebenbei hätte ich gerne selbst mitgerätselt, aber die weiteren Figuren erschienen wie aus dem Hut gezaubert und so verwirrte mich das Ganze mehr und mehr. Wer ist diese ominöse Figur von Dean Reeve? Leider muss die Lösung dieser Frage in Teil 1-4 versteckt sein. 

Erschwerend kam noch die Geschichte mit Frieda als Kindermädchen hinzu, dort gibt es den 2-jährigen Ethan, dessen Reifezustand leider so gar nicht seiner Altersklasse entspricht. Hier fehlt den Autoren wohl der echte Vergleich mit Kindern diesen Alters. 


Ich konnte weder Lesespaß, geschweige denn echten Thrill bei diesem Buch fühlen. Daher vergebe ich nur zwei Sterne, denn ehrlich gesagt, ich bin richtig enttäuscht. 

***Ich bedanke mich beim Verlag und beim Blogger-Portal für dieses Buch, auch wenn es mich leider nicht überzeugen konnte.***


Dienstag, 23. Mai 2017

Gemeinsam Lesen # 12






Diese Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?





Ich lese gerade "Biete Krise, suche Glück" von David Foenkinos und bin auf Seite 79. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"Meine Mutter öffnete mir die Tür. Als sie meinen Koffer sah, welche Kombinationsgabe, begriff sie sofort."  



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses ist mein erstes Buch von David Foenkinos, der Autor wird hat in Frankreich schon großen Erfolg gehabt und gilt als charmanter Geheimtipp der französischen Buchszene.

 

Dieses Buch zeigt die Geschichte eines 50-jährigen Mannes, der nach einer Trennung seinen Job verliert und nun wieder bei seinen Eltern in sein ehemaliges Kinderzimmer einziehen muss. 
Bisher habe ich schon viele eigentlich tragische Szenen miterlebt, die aber so geschrieben sind, dass man darüber schmunzeln muss. Der Autor schreibt leicht zynisch und spart nicht mit witzigen Formulierungen.

4.
Wie viele Seiten lest ihr im Durchschnitt in einem Monat? 

Das kann ich nicht beantworten, denn ich zähle die Seiten ja gar nicht nach. Auch wenn ich ansonsten eher ein Zahlenmensch bin, empfinde ich dafür überhaupt keine Notwendigkeit. Für mich zählt in erster Linie die Anzahl der gelesenen Bücher und der Spaßfaktor beim Lesen. Das Zusammenrechnen der Seitenzahlen würde mir nur wertvolle Zeit zum Lesen stehlen.   



Wie sieht es bei euch aus? 

Liebe Grüße
Sommerlese!


Montag, 22. Mai 2017

Herzblätter - Anna Mc Partlin

Kurzgeschichten für Zwischendurch. Kleine Ablenkung im Alltag!


In "Herzblätter" geben sich 5 namhafte Autorinnen ein Stelldichein und erzählen kleine Geschichten vom Glück. Die Sammlung erscheint in einem wunderschön gebundenen Büchlein im Rowohlt Verlag.




Wege zum Glück gibt es viele.
Hier erzählen fünf Bestseller-Autorinnen von den Umwegen, die oft nötig sind, um das Glück auch zu erkennen.
Amüsant, gefühlvoll, nachdenklich, heiter.

In diesem Buch:
Anna McPartlin: «Das Sommerwunder»
Juliet Ashton: «Ein gutes Mädchen»
Mia Morgowski: «Ein Mann sieht rot»
Sofie Cramer: «Ein abgefahrener Sommer»
Britta Sabbag: «Sommer für Aussteiger»

Dieses Büchlein ist wunderschön, besonders mit seinen Herzen auf dem Cover vermag es sofort zu verzaubern. Kann das der Inhalt auch leisten?

Wie immer bei Sammlungen ist die Bewertung schwierig, denn nicht jede Geschichte, jeder Erzählstil stellt den Leser gleichermaßen zufrieden.
Inhaltlich geht es um das persönliche Glück, aber auch um Krankheiten und Gefühle und besondere Erlebnisse.
 
Bei dieser kleinen Sammlung von fünf Geschichten hat mich "Das Sommerwunder" von Anna McPartlin am meisten berührt. Sie erzählt von Patricia, die gesundheitlich ein schweres Los gezogen hat, da hilft nur noch ein Wunder. Ihr Schicksal ist sehr tragisch, auch ist es sehr ehrlich geschrieben und zeigt die Situation ungeschönt. Dennoch wirkt die Erzählung nicht traurig und desillusioniert. Anna McPartlin hat ein Händchen für Geschichten, die das Leben schreibt.  

Juliet Ashtons Geschichte liest sich wie ein Tagebuch mit Einblicken in Lebensabschnitte von Serena. Der Schreibstil ist toll, die Story hat auf mich einen etwas getrübten Nachgeschmack.

"Ein Mann sieht rot" ist der Knaller des Buches. Mia Morgowski zeigt den Selbstversuch eines Mannes mit Bräunungcreme, man kann sich schon vorstellen, dass hier nicht alles wie geplant abläuft. Ich habe mich gut amüsiert.  


In "Ein abgefahrener Sommer" geht es um eine schicksalhafte Begegnung im Zug, die mir irgendwie bekannt vorkam. Dennoch wunderschön geschrieben und auf seine Weise eine traumhafte Story.

Britta Sabbag konnte mich mit ihrer Geschichte in eine lockere Sommerzeit hineinziehen. Heiter und unbeschwert ging es hier voran.

Diese Sammlung ist ein hübsches Geschenk für eine nette Freundin. Ob tragisch, amüsant, heiter oder nur unverschwert, jede Geschichte hat ihre besondere Aussage.