Samstag, 22. Juli 2017

Blaue Blumen - Carola Saavedra

Poetisch, aber inhaltlich um sich selbst kreisend. Die Liebe steht im Mittelpunkt, doch wo versteckt sie sich? Leider nicht mein Fall!

 

Der Roman "Blaue Blumen" von der brasilianischen Autorin Carola Saavedra erschien 2015 im C.H.Beck Verlag.

Eine unbekannte Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat und den sie sehr geliebt hat. Die Briefe landen jedoch bei einem ganz anderen Empfänger, bei Marcos, der mit seiner Frau in Trennung lebt und mit ihr eine kleine Tochter hat. Die Briefe bewirken in Marcos eine ungeahnte Sehnsucht. Er wird von den Briefen der Unbekannten seltsam ergriffen und so sucht er die genannten Orte auf, immer in der Hoffnung, die geheimnisvolle Frau zu treffen. Dabei vernachlässigt er seine Arbeit und wartet auf den nächsten Brief. 




Die unbekannte A. schreibt intensive, gefühlvolle Briefe an ihren ehemaligen Geliebten und Marcos erhält sie fälschlicherweise. Auch er lebt in Trennung und kennt die Gefühle der Schreiberin, er fühlt sich von ihr wie magisch angezogen.

Die Handlung in diesem Buch beschränkt sich auf die Briefe und darin wiederholen sich die Gedanken, die um diese verlorene Liebe kreisen.
Gleich mal vorab, leider konnte mich der Roman nicht überzeugen und ich frage mich, welche Intention die Autorin beim Schreiben hatte. Was wollte sie damit genau aussagen? Ich bin mir darüber nicht klar geworden.  


Dabei mag ich Carola Saavedras poetischen, feinfühligen Schreibstil, für ein Buch über romantische Liebe hätte das wunderbar gepasst. Aber hier geht es um eine Trennung und daher um Anklage, tiefes Bedauern und wütende Vorwürfe, die von der unbekannten Frau in langen verschachtelten Sätzen zu Papier gebracht werden. Ihre Gedanken kreisen um die Liebe, sie äußert wütend Vorwürfe und zeigt ihre bisherige Beziehung zu ihrem "Traummann" anklagend in bewegender Weise. Mir kommt beim Lesen ein Verdacht einer Abhängigkeit, einer unterwürfigen Hörigkeit dieser Frau in den Sinn. 


Aufgrund des Klappentextes habe ich eine Liebesgeschichte erwartet, die nicht nur in Melancholie badet. Handlungsmäßig geschieht hier nicht viel, denn hauptsächlich schreibt sich die unbekannte Frau A. detailliert ihre Beziehung von der Seele, bzw. schildert die Gründe, warum sie geendet hat. Dabei wiederholt sie in Briefform Erlebtes immer wieder, in der Hoffnung, der Geliebte möchte das Verlorene zurückgewinnen. Immerhin kämpft sie um ihre Liebe. 

"Um die Liebe zu besänftigen" (Zitat Seite 183) muss man aber nicht alles hinnehmen oder erdulden. Hier wird ein falsches Bild von Liebe dargestellt. Es ist eher eine Hörigkeit von Seiten der Frau.

Das ist bei Marcos und seiner Frau nicht so. Weil Marcos in seiner Frau eher die Fordernde sieht, für seine Tochter eher Desinteresse empfindet, merkt man schnell, er ist ein Mensch, der gleichgültig und ohne echte Zuneigung lediglich versucht seine Rolle zu spielen. Auch für seine aktuelle Freundin scheint er keine großen Gefühle zu haben.
Aber die Briefe rütteln ihn auf und lösen etwas in ihm aus. Auch er möchte ohne Bedingung geliebt werden. Er wird von den Briefen angezogen, doch er selbst bleibt der Mittelpunkt seiner kleinen Welt.

Die intensiv geschilderten menschlichen Tiefen, Abgründe und Gefühle habe ich trotz der melancholischen Wirkung gern gelesen. Auch wenn ich nicht wie A. empfinde, so finde ich ihren Schmerz und ihre Lebenszweifel gut dargestellt. Doch auch das Ende lässt mich ratlos zurück. Leider nicht mein Geschmack.





Ein ungewöhnliches Buch, das menschliche Abgründe aufdeckt und Fragen nach wahren Gefühlen nachspürt, aber mir fehlt die Kernaussage des Romans.





Freitag, 21. Juli 2017

Die Moortochter - Karen Dionne

Der Psychothriller "Die Moortochter" der amerikanischen Autorin Karen Dionne erscheint 2017 im Goldmann Verlag.

Ein Buch zum Verschlingen!


Helena Pelletier jagt ihren Vater, der aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen ist und dabei zwei Menschenleben in Kauf genommen hat. Was hat er vor, will er in der Wildnis abtauchen? 






"Die amerikanischen Ureinwohner haben das Konzept der Nachhaltigkeit begriffen, lange bevor es einen Namen dafür gab." Zitat Seite 261


Helena lebt mit ihrer Mutter und ihrem Vater in völliger Isolation im Moorland der Upper Peninsula. Diese Wildnis ist früheres Indianerland, urwüchsig, fast unbesiedelt. Sie ist Fährtenleserin und Jägerin, denn das ist hier überlebenswichtig. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, keine Heizung und kein Geschäft für Grundnahrungsmittel. Alles was man zum Leben braucht, muss aus dem Wald, den Bächen und Seen und aus der Natur geholt werden. Helena vermisst keine Zivilisation, denn die hat diese gar nicht kennengelernt. Sie liebt das freie Leben in der Natur und sogar ihren gewalttätigen Vater, bis sie erfährt, dass er ihre Mutter als junges Mädchen entführt hat und sie kein Kind der Liebe ist.

Bei diesem Psychothriller konnte ich nicht aufhören zu lesen, ich habe ihn gestern erst erhalten und heute beendet. 

Ein Buch zum Verschlingen, das MUSS man lesen!

Selten war ich so fasziniert von einem Thriller wie bei "Die Moortochter". Gänsehautgefühle bei einer besonderen Verfolgungsjagd Helenas auf ihren Vater wechseln ab mit wunderschönen Landschaftsschilderungen und eindringlich geschildertem primitiven Einsiedlerdasein in der Wildnis.


An Helenas Seite streift man durch unberührte Natur, sieht die Tiere der Wildnis mit ihren Augen. Ich beobachte Kaninchen, Waschbären, Biber, Bären und Hirsche aus nächster Nähe und erfahre, wie diese Tiere zu jagen und zu schlachten sind. Sogar ein einzigartiges Erlebnis mit einem Wolf bringt uns Helena näher. Wenn sie erzählt, scheint ein Film abzulaufen. Fast spüre ich auch die entsetzlich juckenden Stiche und Bisse der Pferdebremsen, Gnitzen und Stechmücken, die in den Sommermonaten hier auftreten. Ich bewundere gewaltige Wasserfälle, sehe die Hickorybäume, aus denen die Indianer Bogen herstellten, sammel Wilderdbeeren und Heidelbeeren und entdecke wilde Schwertlilien, Seerosen und gelbe Ringelblumen (Marigold). Man kann sich kaum sattsehen an dieser prachtvollen Natur.


Doch immer wieder durchbricht Helenas Geschichte mit grausamen Details ihrer Kindheit diese vermeintlich schöne Idylle. Was hier zutage tritt, ist ein narzistisch veranlagter Vater, der sich seiner Wurzeln als Indianer bewusst ist, in der Natur überleben kann und über Helena und ihre Mutter herrscht wie ein Despot. Ein brutaler Mensch, ohne väterliche Liebe, sondern nur dem eigenen Zweck unterworfen. Kaum vorstellbar, dass Helena ihn trotz der harten Strafen und Schläge mochte. Aber echte Liebe wurde ihr nicht entgegengebracht, woher sollte sie diese dann erkennen.

Die Wechsel zwischen Helenas Kindheitserzählungen und der aktuellen Jagd auf ihren aus dem Hochsicherheitsgefängnis entlaufenen psychopathischen Vater, machen dieses Buch einzigartig fesselnd. Nur Helena mit ihrer Kenntnis der Wildnis kann ihn stellen. Sie kennt sich im Moor aus, bewaffnet sich und findet, nur begleitet von ihrem Hund, seine Fährte.  


Ich habe mitgefiebert, die Gelegenheiten dieser Jagd auf Leben und Tod mit Gänsehaut miterlebt und habe gedacht: "Schieß doch, Helena!".  


Diesen Thriller MUSS man lesen, es ist eine meiner Buchentdeckungen im Jahre 2017! 
Sensationell mitreißend geschrieben, ein Strudel von Spannung, Naturschönheit der Wildnis und den Drangsalen durch einen Psychopathen. 


 ***Dieser Thriller ist ein Rezensionsexemplar über das Bloggerportal von Randomhouse, herzlichen Dank an den Goldmann Verlag!***





Die fünfte Frau - Henning Mankell

Wallanders siebter Fall ist der persönlichste!


"Die fünfte Frau" ist Wallanders siebter Fall, der von Henning Mankell 1998 geschrieben wurde. Die schwedische Krimi-Reihe erscheint im DTV.

Henning Mankell wurde am 3. Februar 1948 in Stockholm geboren und verstarb am 5. Oktober 2015 in Göteborg. Kurt Wallander hat in Ystad eine Mordserie aufzuklären, bei dessen brutalem Vorgehen es selbst einem erfahrenen Polizisten kalt den Rücken hinunterlaufen kann. Ein alter Mann wurde in einer Pfahlgrube aufgespießt, ein anderer wurde nackt an einen Baum gebunden und erwürgt. Ein dritter wurde in einem mit Steinen beschwerten Sack in einem See ertränkt. Die Opfer sehen zunächst nach harmlosen Bürgern aus, aber bei den Nachforschungen stellt sich heraus, daß sie alle bereits Frauen grausam mißhandelt haben. 







Von Anfang bis Ende hällt Mankell hier die Spannung auf einem hohen Level. Ein ganz phantastisches Buch, sehr schön spannend, vielschichtig psychologisch und die Protagonisten sind durchweg sehr lebendig und lebensnah gezeichnet
.

Dieses Buch ist eines meiner liebsten der Wallander-Reihe, denn es wird sehr persönlich und man lernt dadurch Kurt Wallander näher kennen. Die bisher schwierige Beziehung zu seiner Tochter wird besser und intensiver und sie führen lange Gespäche, die man auch als Leser gern mitverfolgt. Kaum zurück von einer Reise mit seinem Vater nach Rom, holt ihn jedoch der grausame Alltag als Polizist wieder ein. Ein älterer Mann wurde in einer Grube mit Pfählen regelrecht zu Tode gespießt. Das lässt selbst einen so erfahrenen Kriminalisten wie Wallander gruseln.
Er kommt lange Zeit nicht auf den verbindenden Punkt der verschiedenen Leichen. Was verbindet die scheinbar harmlosen Bürger? Sind sie wirklich unschuldige Opfer oder verbergen sie etwas hinter ihrer normalen Fassade? Es ist die Gewalt gegen Frauen. Doch wer rächt diese Frauen und woher hat dieser Täter sein Wissen?  


Kurt Wallanders Erfolg als Polizist liegt zum einen an seinen akribisch ausgeführten Untersuchungen und auf seiner Fähigkeit, auf seinen Instinkt und seine Erfahrung zu hören.


In "Die fünfte Frau" spielt Rache eine ganz entscheidende Rolle, als Leser blickt man dabei in tiefe seelische Abgründe und sieht dank Mankell immer ein wenig mehr als sein Ermittler Kurt Wallander. Dieser tastet sich langsam, aber sicher vorwärts und verfolgt eine Spur bis Algerien. Dort wurden ein Jahr zuvor fünf Frauen von Fundamentalisten ermordet, vier Frauen waren Nonnen aus Frankreich und die fünfte war eine schwedische Touristin. Nun gilt es den Täter anhand eines Motivs zu finden. Eine fesselnde Suche, bei der man als Leser das Buch nicht mehr aus den Händen legen mag, denn es wird ein Wettlauf um das Leben weiterer potentieller Opfer. 


Henning Mankells Schreibkunst ist genial und unerreicht. Er erzählt sehr genau, beschreibt detailliert und entwickelt ein Feingefühl für menschliche Stimmungen im Guten wie im Bösen. Er besitzt die Fähigkeit, mutig gesellschaftskritische Fragen in seine Bücher einzubauen. So geht es im vorliegenden Buch um die Themen Bürgerwehr und aufkommende Gewaltbereitschaft der Schweden.

Absolut gelungen ist Mankell auch der Wechsel der Perspektive. Aus
Sicht des Täters lesen wir seine Gedanken,
tauchen dann ein in das Leben eines Opfers und enden bei den ermittelnden Beamten. 



Wer ist hier Opfer und wer Täter? Diese Frage überdauert auch nach der erklärenden Auflösung das Buch. Ein sagenhaftes Ende, wie es einem Mankell würdig ist. 


Freitags-Füller # 47


 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Oh Mist, diese Hausarbeit ist aber auch nie erledigt, jetzt sind mal wieder die Kellerfenster dran. Die Spinnen fühlen sich dort scheinbar richtig wohl!

  

2. Wenn ich die Nachrichten verfolge, dann sage ich mir:

"Wie gut habe ich es doch mit meinem Leben getroffen!"


 

3. Wollte ich nicht mal wieder zum Frisör?

 

4. In der letzten Zeit war ich häufig zum Essen, im Kino oder im Biergarten unterwegs.

 

 

5. Die Modesünde des Sommers ist mir völlig egal, es gibt immer Menschen, die merkwürdig gekleidet sind oder mit ihrer Kleidung auffallen.


6. Es ist dieses Jahr seit langer Zeit mal wieder passiert, dass ich Mückenstiche habe und richtig groß sind sie auch noch. Elende Viecher!


 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe, morgen habe ich einkaufen und vielleicht Friseur geplant und Sonntag freue ich mich auf einen Besuch von meiner Tochter und viel Lesezeit, hoffentlich auf der Terrasse.  


Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende!

 

Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Medicus - Noah Gordon

Der wohl beste historische Roman aller Zeiten!


Seinen wohl berühmtesten historische Roman "Der Medicus" schrieb Noah Gordon 1986. Meine Ausgabe ist das erste Taschenbuch aus dem Knaur Verlag und wurde von meiner Familie gelesen und von mir zweimal. Eigentlich hat dieses Buch mir erst das historische Genre schmackhaft gemacht.  

London 1021: Der Waisenjunge Robert Cole wird mit 9 Jahren von einem Bader als Lehrling aufgenommen und entdeckt so sein Interesse für Heilkunst und die Medizin. Nach dem Tod seines Meisters bricht er nach Persien auf, um im fernen Isfahan, bei Avicenna, dem berühmtesten aller Ärzte zu studieren. Rob trotzt mutig den Gefahren seiner weiten Reise, Hunger, Pest und den Überfällen religiöser Fanatiker. Unbeirrt folgt er seiner Berufung als Arzt und Heiler und nimmt für sein Ziel allerhand auf sich.  





Dieser Roman hat Weltklasseformat! 

Noah Gordon führt den Leser in die rauhe Welt des Mittelalters. Dort geht es unter der Beschreibung von Hunger und Pest, Armut und Seuchen hinein in eine mitreißende Handlung, die jeden Leser gefesselt in seinen Bann zieht. Es zeigt sich, wie die Menschen damals mit Vorurteilen und Angst der medizinischen Wissenschaft negativ gegenüber standen. Aber auch vom Klerus gab es die Auffassung, dass das Innere des Menschen gottgegeben und damit nur von ihm allein heilbar sei. Es war die Zeit des blinden Gottesgehorsams und auch die Zeit der Hexenverfolgung. 
 
Bei diesem Buch habe ich mit Rob gebangt, gehofft und gelitten, denn ich machte mich gemeinsam mit ihm auf die beschwerliche und gefährliche Reise in das orientalische Persien. Dort war die Wissenschaft der Medizin zu der Zeit schon viel weiter gediehen als in Europa. 
Rob hat zudem eine besondere Gabe, die ihn gegenüber anderen Menschen auszeichnet, er weiß, ob ein Mensch an seiner Krankheit verstirbt. Eine schwerwiegende und belastende Gabe, die Rob jedoch mit duldsamer Fassung erträgt.
Auf seiner Reise gibt er sich als Jude aus, nicht nur seine äußere Verkleidung passt er darauf ab. Er lebt nach jüdischen Gebräuchen und findet Freunde.


Noah Gordon versteht es wie kaum ein anderer Schriftsteller, das damalige Leben detailgenau, präzise recherchiert und dennoch äußerst unterhaltsam zu präsentieren. Vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen großartige Bilder vom Alltagsleben und den Problemen der damaligen Zeit. Mir brannten sich eindringlich die Szenen mit den anatomischen Studien ins Gedächtnis.



Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte es unbedingt tun! Selbst ausgewiesene Nicht-Historienfans werden davon begeistert sein! Ich kann es nur jedem ans Herz legen.





Top Ten Thursday # 27




Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, natürlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.

Das aktuelle Thema lautet:

10 Bücher, auf deren Cover ein Tier abgebildet ist:

 

Das Thema finde ich ausgesprochen toll, ich habe einige Cover mit Tieren und die Auswahl fällt mir total leicht. 

 

Hier ist meine Liste: 

 

- Das Hexenmädchen | Nils Trojan von Max Bentow  5 * - Fuchs

 


- Altes Land von Dörte Hansen  5 * - Star



- Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky 5 * - Okapi 



- Stallgeruch von Dominik Kimyon 5 * - Alpaka



- Backfischalarm von Krischan Koch 4 * - Möwen, Papagei 




- Anfang 40 - Ende offen - Franka Bloom 4 * - Flamingo 



- Tote Hunde beissen nicht von Dietrich Faber  3 * - Hund

 


- Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde 5 * - Bienen

 


- Zwetschgendatschikomplott von Rita Falk 5 * - Krähe

 


Zapfig von Felicitas Gruber 4 * - Hahn

 

Welche Tiercover habt ihr denn so ausgesucht? Kennt ihr das ein oder andere Buch meiner Liste?

Ich wünsche euch eine lesereiche Woche, 
Sommerlese! 

 



Mittwoch, 19. Juli 2017

Mordsleben. Ostfrieslandkrimi - Ulrike Busch

Ein echter Nordseeurlaubskrimi!


"Mordsleben" ist nach "Tod am Deich" und "Mordskuss" mittlerweile der dritte Band der Ostfrieslandkrimireihe "Kripo Greetsiel ermittelt" aus der Feder von Ulrike Busch. Die Reihe erscheint im Klarant Verlag



Im beschaulichen Greetsiel erschüttert ein besonderer Vorfall die Gemüter. Die norddeutsche Schauspielerin Leonie Altinga wohnt nun wieder in ihrer Heimat und wurde Opfer eines Schusswechsels, den sie unverletzt überstanden hat. Doch kurz darauf werden weitere Personen zum Ziel perfider Anschläge. Die betroffenen Personen haben alle eine Verbindung zu Leonies Leben. Aber ist Leonie wirklich das Opfer oder rächt sie nur den Tod ihrer Tochter und ihres Mannes? Die Ermittler Tammo Anders und Fenna Stern stehen vor einem Rätsel, gelingt es ihnen hinter die Fassade der Diva zu schauen. 






"Ein Mordsleben, ja, das hatte ich", sagte sie mit zynischem Unterton. "Erst der Unfalltod meiner Tochter. Dann der Selbstmord meines Mannes. Letzte Woche die Schüsse auf mich. Mörderischer geht es kaum." Zitat Seite 94

Ich mag Ulrike Buschs Krimis, ihr Schreibstil liest sich angenehm leicht, ein wenig humorvoll und dadurch erfrischend lebensnah. Die Story ist gut durchdacht, mit geschickten Wendungen fesselt sie den Leser an ihr Werk. Mir gefallen besonders ihre Protagonisten, das Ermittlerteam Tammo Anders und Fenna Stern, die ich von den Vorgängerbänden her kenne und daher auf ihre weitere Entwicklung gespannt war. 


Die Kommissare Fenna und Tammo sind ein tolles Ermittlerteam und sie harmonieren nicht nur bei der Arbeit wunderbar, auch privat sind sie zusammengewachsen und nun offiziell ein Paar. Eigentlich wollen sie nur ihre Zweisamkeit geniessen und dann hält sie der Fall Leonie Altinga beruflich auf Trab. Während Tammo bei Befragungen eher direkt ist und forsch zur Sache kommt, geht Fenna sehr feinfühlig und behutsam auf die Personen ein. So ergänzen sie sich perfekt und kommen im Fall des Mordanschlags auf Leonie Altinga dem Täter gewieft auf die Spur.  
 

Der Kriminalfall dreht sich um die alternde Schauspielerin und Krimiautorin Leonie Altinga. Welche Person kann auf sie einen solchen Hass haben oder ist hier nur jemand auf ihr Erbe aus? 
Fenna und Tammo finden bei ihrer Ermittlung keine direkten Feinde, aber in der Autobiografie der Frau verbergen sich einige dunkle Geheimnisse, die die Autorin vor der Öffentlichkeit verborgen hat. Doch diese Frau ist schwer zu durchschauen, denn als Schauspielerin versteht sie ihr Gesicht zu wahren, ohne in ihr Inneres blicken zu lassen. Wer ist hier nun Opfer und wer Täter? Da sind auch noch die Schwester und ihr 40 jähriges Muttersöhnchen, sind die beiden auf Leonies Erbe aus? Es bleibt lange undurchschaubar und das erhöht die Spannung natürlich ungemein. Die Charaktere sind allesamt unterhaltsam und vielseitig gezeichnet und als Leser kann man bei diesem Krimi schön miträtseln. Eine fesselnde Ermittlung, die den Täter noch nicht erraten lässt, so liebe ich Krimis.




Ulrike Buschs Krimis sind unblutig und dennoch sehr fesselnd zu lesen. Der Lokalkolorit um Greetsiel ist als schöne Hintergrundkulisse geschildert und man bekommt beim Anblick des hübschen Coverbildes sofort Lust auf einen Kurzurlaub an der Nordsee.


Dieser Krimi bescherte mir mit dem humorvollen Schreibstil schöne Lesestunden und in punkto Täterfrage hatte ich viel Spaß beim Rätseln. Ein perfekter Krimi für den Nordseeurlaub oder mit einer Tasse Ostfriesentee zuhause. 

***Dieses Buch wurde mir durch Ulrike Busch vom Klarant Verlag zur Verfügung gestellt! Herzlichen Dank dafür!*** 





 

Dienstag, 18. Juli 2017

Tod und Amore - Andrea Süssenbacher

Rasanter Krimi mit actionreifen Szenen vor italienischer Kulisse lüftet ein Geheimnis um Casanova

Casanovas letzte Liebe 

"Tod und Amore" heißt das Krimidebüt von Andrea Süssenbacher, das im Emons Verlag erscheint.


Schriftstellerin Alexandra zieht sich in das malerische Dörfchen Cormòns im Friaul zurück. Die junge Frau, die vorher in ihrer Wohnung gewohnt hat, wird getötet und plötzlich steht Alex unter Mordverdacht. Will ihr hier jemand ein Verbrechen unterschieben? Der Fund eines mysteriösen Amuletts bringt Alex auf eine Spur, die sie gemeinsam mit dem charmanten Kunstdieb Angela auf eine abenteuerliche Jagd von Venedig bis Triest führt.





Die Autorin startet ihren Krimi mit einem tollen Prolog, der sehr detailliert und für einen Krimi mit etwas pathetisch wirkenden Worten formuliert ist. Immer mal wieder blitzen diese Worthülsen durch die ansonsten eher rasante Krimihandlung hindurch, wenn die Autorin Schauplätze oder Stimmungen so bildhaft genau schildert, dass man meint, sie selbst vor Augen zu haben. Auch wenn ich diesen schönen Schreibstil mag, so kommt er mir doch für einen Krimi etwas untypisch vor. 

Der Krimi spaltet sich in zwei Handlungsebenen auf, die sich kapitelweise abwechseln und so den Spannungsbogen kontinuierlich steigern. Mal geht es um Alex und ihre irre Jagd durchs Friaul und dann begleitet man den Commissario bei seinen Ermittlungen. Durch diese direkte Nähe zu den Protagonisten gewinnt die Story an Spannung und nötigem Schwung.
Alex und Angelo werden als flüchtige Tatverdächtige von der Polizei verfolgt, doch es gibt scheinbar auch noch andere Verfolger, die ihnen nach dem Leben trachten. Oder sind die Verfolger korrupte Beamte?  Bei dieser spannenden Jagd geht es teilweise um Leben und Tod und man bangt als Leser richtig mit. Schon fast thrillerartig geht es hier zur Sache und Lesepausen möchte man nur höchst ungern einlegen, denn die aktionsgeladenen Szenen bei Autoverfolgungen oder durch unterirdische Tunnel sind einfach absolut fesselnd. 


Die Story spielt im Friaul, spürbar durchdringt das traumhaft schön geschilderte italienische Flair die gesamte Handlung auf allen Ebenen.
Das bewirken auch die häufig eingebauten italienischen Dialoge, sie bringen mit der wohlklingenden Sprache das Temperament und die authentische Geräuschkulisse mit. Sprachliche Verständigungs-Probleme sollte es keine geben, denn entweder werden die Sätze übersetzt oder die Bedeutung ergibt sich aus dem Inhalt heraus.  

Die Charaktere sind zahlenmäßig gut überschaubar und differenziert gezeichnet. Alexandra kommt als etwas chaotische Autorin daher, doch für eine Mörderin hält man sie nun wirklich nicht. Daher fiebert man umso mehr mit, dass ihr ihre Flucht bzw. die Täterjagd erfolgreich und unbeschadet gelingt.
Angelo ist ein verurteilter Kunstdieb, ein gut aussehender Adonis, der dem Krimi genügend Amore-Potenzial gibt, sodass die Handlung nicht zu krimilastig gerät. 

Die Thematik um den sagenumwobenen Casanova und seine Frauengeschichten hat Andrea Süssenbacher geschickt in ihren Krimi eingebaut und neben interessanten Einblicken sorgt besonders sein Herz in Form eines Amuletts für aufregende Erkenntnisse.
Ein ganz spezieller Code wird meiner Meinung nach jedoch etwas sehr flott und einfach entschlüsselt, hier fehlte mir persönlich das nötige Insiderwissen und ich wurde vor vollendete Tatsachen gesetzt. Hier hätte ich gern selbst ein wenig mitgeraten.



"Tod und Amore" bietet spürbares italienisches Flair, eine logische Story mit rasanten Verfolgungsjagden und gefährlichen Überfällen und ist einfach ein gelungener abenteuerlicher Krimi. Von dieser Autorin hoffe ich bald wieder zu hören bzw. zu lesen.  



Montag, 17. Juli 2017

Montagsfrage # 47






Jeden Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. So lernt man die jeweiligen Blogger besser kennen! Heute lautet die Frage:


Wenn du weder Buchverfilmung noch Buch kennst, was würdest du zuerst anschauen/lesen?

In der Regel kommt zuerst das Buch auf den Markt ehe bei großer Nachfrage dann über einen Film nachgedacht wird. So war es bei "Der Name der Rose", "Der Medicus", "Harry Potter" und "Ein Mann namens Ove". 

Natürlich habe ich dann immer erst das Buch gelesen, weil ja die Verfilmung viel später erschienen ist. Nur bei Ove habe ich das Buch nie gelesen und mich dann auf den Film gestürzt. Den fand ich sehr gelungen, auch wenn ich glaube, dass das Buch noch ganz andere Eindrücke in Oves Gedankenwelt vermittelt, die der Film gar nicht abbilden kann. 

Generell lese ich lieber zuerst das Buch, dann kann die Phantasie noch die Personen optisch ausbilden und man kann den individuellen Schreibstil der Autoren miterleben.


Wie sieht das bei euch aus, zuerst Buch oder Film?
 


Liebe Grüße und einen guten Wochenstart, Eure Sommerlese! 


 

Sonntag, 16. Juli 2017

Der Duft von Honig und Lavendel - Donatella Rizzati

Ein schönes Buch bei dem man in naturheilkundliche Behandlung eintaucht und zugleich einen Neuanfang und eine neue Liebe miterleben darf.

 

Donatella Rizzatis Roman "Der Duft von Honig und Lavendel" erscheint in deutscher Übersetzung im Goldmann Verlag.

Viola Consalvi ist eine junge Heilpraktikerin aus Rom. Ihr großes Interesse und besonderes Gespür für Heilkräuter und deren Wirkungsweise erfasste sie schon früh im Kräuterladen von Gisèle. Als ihr geliebter Mann plötzlich stirbt, bricht Violas Welt zusammen. Trauer, Einsamkeit und Selbstzweifel quälen sie und wenn es jemanden gibt, der sie heilen kann, dann ist es Gisèle. Also fährt Viola nach Paris, hier in Montmartre trifft sie in der einzigartigen Atmosphäre des Kräuterladens ihre mütterliche Freundin. Findet sie hier ihr Heilmittel gegen Liebeskummer?





"Für den Verlust einer großen Liebe gibt es kein Heilmittel, Viola! Die Leere, die ein geliebter Mensch hinterläßt, kann nie mehr ausgefüllt werden. Wir können nur versuchen, sie zu überwinden, indem wir sie ...zu einem Teil von uns machen." Zitat S. 53


Donatella Rizzati lässt den Leser eintauchen in eine Welt der wohlriechenden Heilkräuter und aromatischen Duftöle. Sie beschreibt in ihrem Roman die naturkundliche Anwendung von Tees und Bachblüten und deren Wirkungsweise und sie schlägt Rezepte vor für die besondere Zubereitung von selbst herzustellenden Cremes, Peelings, Gesichtswasser und Duschöl. Wenn man von Gisèles Kräuterladen liest, meint man den wunderbaren Duft und die besondere Stimmung selbst mitzuerleben.
Man bekommt hier auf unterhaltsame Art Fachwissen für Körper und Seele mitgeteilt und man wird auch in die sonderbare Welt der Iridologie eingeführt, bei der man aufgrund der Iris im Auge des Menschen Krankheiten, Stimmungen und sogar die Probleme der Psyche sehen kann.

Vordergründig geht es um Viola, die sich von Gisèle und ihrer Leidenschaft für die Naturheilkunde wieder anderen Menschen annähert und ihnen helfen möchte. So gelingt es ihr allmählich, die Trauer um ihren verstorbenen Mann mit Tatendrang und einer neuen Lebensaufgabe zu überwinden. Sogar seine Studien der Iridologie führen sie auf neue Wege, so führt sie einen Teil von ihm weiter.

Zu Beginn des Buches brauchte ich ein wenig, mir erschien die Story zunächst etwas schleppend, aber dann zog mich die Story um Violas Leben und ihre persönliche Entwicklung immer mehr in ihren Bann und ich wich ihr nicht von der Seite, sondern begleitete sie auf ihren Ausflügen durch die Straßen von Paris.

Die Charaktere und ihre Sorgen, Probleme und Eigenarten sind vielfältig und werden von der Autorin recht lebendig und realistisch dargestellt. Die unterschiedlichen Lebensgeschichten ergreifen, erfreuen und begeistern, besonders wenn es Viola gelingt, ihnen mit ihrer Heilkunde zu helfen.
Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die zum Flair von Paris als Stadt der Liebe unbedingt dazugehört und Violas Leben schliesslich ordentlich durcheinanderwirbelt.

Donatella Rizzatis schöner Erzählstil besticht durch sehr malerische Beschreibungen von Düften, Stimmungen und Schauplätzen in Paris.
Violas Weg durch die Straßen in Montmartre erweckt die Autorin in malerischen Bildern zum Leben.

Mit den Rezepten zur Herstellung von Creme, Badezusätzen und Gesichtswasser aus natürlichen Zutaten kann man kleine Geschenke selbst herstellen. Die Idee finde ich gelungen, auch wenn mich die kurze Haltbarkeit der Kosmetik eher abschreckt.



Mit Rezepten und Infos über Iridologie überrascht dieser Roman und zeigt zugleich die Geschichte eines Neuanfangs und eine neue Liebe! Ein interessantes und auch kurzweilig zu lesendes Buch! 


 ***Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und an das Blopggerportal für diese schöne Rezensionsexemplar!***




Sonntagskuchen

Eierlikörkuchen


Wenn man am Sonntag liebe Gäste zu Besuch bekommt oder sich einfach nur den Tag ein wenig versüßen möchte, ist dieser Kuchen wunderbar geeignet. 
Warum? Weil er einerseits sehr schnell gemacht ist, immer gelingt und richtig schön saftig und lecker schmeckt. Dazu noch der herrliche Duft von Selbstgebackenem im ganzen Haus, ein Erlebnis für alle Sinne! 
Das Besondere an diesem Kuchenist auch, das er sich durch die Zugabe von Öl und Eierlikör über mehrere Tage lang frisch hält und nicht so austrocknet, wie herkömmliche Rührkuchen. 


                                 

                         


Ich hatte ein Foto von diesem Kuchen bei meinem letzten Bloggewinnspiel eingestellt und wurde nach dem Rezept gefragt. Das poste ich jetzt für alle Zuckerschnäuzchen!

Zutaten:  

5                  Eier
250 g           Puderzucker 
2 Päckchen   Vanillezucker 
125 g           Weizenmehl
125 g           Speisestärke
1 Päckchen   Backpulver
250 ml         Eierlikör
250 ml         Speiseöl

Zubereitung: 

Mehl und Stärke (man kann auch nur Mehl nehmen) mit Backpulver und Puderzucker in einer Rührschüssel mischen. 
Übrige Zutaten hinzufügen und mit einem Mixer auf höchster Stufe mind. 1 Minute schaumig schlagen. Den Teig in die gefettete und bemehlte Gugelhupfform oder Kastenform füllen und auf dem Rost in den Backofen schieben. 


Auf mittlerer Schiene circa eine Stunde backen. Lieber Stäbchenprobe machen! 

Ober-/Unterhitze: etwa 180°C

Heißluft: etwa 160°C 

Danach stürzen und auskühlen lassen!

                                        






             










Samstag, 15. Juli 2017

Altes Land - Dörte Hansen


Die Gummistiefelwelt oder Die Sehnsucht nach Heimat und Freiheit 


Dörte Hansens Debüt "Altes Land" erschien 2015 im Knaus Verlag und hatte schon nach kurzer Zeit großen Erfolg.

Dit Huus is mien und doch nich mien


"Das Haus ist meins und doch nicht meins, der nach mir kommt, nennt´s auch noch sein." Zitat Seite 258 





Dörte Hansens Buch ist in gewisser Weise ein Heimatroman, sie stellt ein altes Fachwerkhaus im Alten Land in den Mittelpunkt der Geschichte. Das alte Bauernhaus bietet die Möglichkeit, heimisch zu werden, immer wieder kommen hier Flüchtlingsschicksale an. Erst strandet dort nach dem Zweiten Weltkrieg die ostpreußische Adelige Hildegard von Kamcke mit ihrer Tochter Vera, Hildegard zieht wieder weg und später erbt Vera das Haus. Vera bleibt lange Zeit eine Fremde, die Alteingesessenen gewöhnen sich nur langsam an Neulinge und sie lässt den einst so schönen Hof verloddern. Erben für die es sich lohnen könnte, sind nicht in Sicht. Doch dann erscheint ihre Nichte Anne, sozusagen ein Großstadtflüchtling aus Hamburg, die genug hat von der abgehobenen gediegenen Lebensart der Großstädter und von ihrem sie betrügenden Mann. Anne ergreift ihre Chance vom Landleben, sie renoviert und packt an, der Hof darf nicht verfallen. Auch ihr Sohn Leon gefällt es hier gut, er ist der Enkel, den Vera nie hatte.  




Bei diesem Roman wird der Blick aufs Landleben auf die Generationenkonflikte gelenkt. Es stellt sich mir in erster Linie die Frage nach Heimat und Verbundenheit. Wann schlägt ein Mensch Wurzeln und fühlt sich heimisch? Vera hat damit ihre Probleme und sie braucht Jahrzehnte, um endlich anzukommen und diese Heimat annehmen zu können. Erst die neue Familie gibt ihr Frieden und Ruhe. 
Die Autorin nimmt aber auch den gegenwärtigen Hype vom Landleben auf die Schippe. Viele Großstädter ziehen am Wochenende in Scharen aufs Land: Frischluft schnuppern, die Kinder dürfen im Matsch spielen und Bioobst und - Gemüse sind "in", jeder geniesst die Freiheit auf dem Land. Doch nur wenige bleiben und werden hier heimisch. Viele Städter schauen ein wenig mit Verachtung auf die arbeitenden Bauern und wollen alles besser machen. Bio statt konventioneller Landwirtschaft, manche wollen aber auch nur dem Großstadtlärm entfliehen, merken aber dann den Traktorenlärm, der keine Wochentage kennt.
Die Menschen im Alten Land sind Bauern, manche etwas knorrig, alle jedoch arbeitssam und sie kleben an ihrer Scholle. Was im Besitz der Familie ist, muss Besitz bleiben.

Mir hat schon lange kein Buch mehr so gut gefallen wie "Altes Land". 

Sprachlich ein absolutes Leseerlebnis mit Humor, Ironie und Plattdeutschem Dialekt. Aber trotz der Situationskomik, kommt Dörte Hansen ihren Figuren gefühlsmäßig sehr nahe. Sie erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus Ostpreußen, die sich im Alten Land angesiedelt haben und doch nie heimisch wurden. Es sind Schicksale, die von einer vergessenen Generation erzählt und doch so den Blick auf heutige Flüchtige freimacht. Wer flieht, kann die Vergangenheit nicht aus seinem Kopf verbannen. Schreckliche Bilder verfolgen, Heimatgefühle ebenfalls. So ergeht es auch Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf dem Obstbauernhof bei Ida Eckhoff landete.
 
Ein wunderbar anrührendes Buch, bei dem beim Lesen bei mir ein Film ablief. Das bewirkt besonders der wunderbare Erzählton mit etwas Humor, aber auch mit Wehmut, dazu die eigenwilligen Figuren, die knorrig, unangepasst handeln und trotz aller Schicksalsschläge nie aufgeben. Mal traurig anrührend, mal ironisch, mal amüsant.
  


Von mir gibt es eine absolute Empfehlung für dieses Buch, bei dem der Blick auf Generationenkonflikt, Flüchtlingsschicksale und Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln freigegeben wird.  



 

Freitag, 14. Juli 2017

2. Bloggeburtstag mit Gewinnspiel # 7


Hallöchen meine Lieben!



Vor einiger Zeit habe ich heimlich, still und leise den 2. Geburtstag meines Blogs gefeiert. Ich kam gerade aus meinem Italien-Urlaub zurück und einige Termine und Reziexemplare forderten meine freie Zeit. 

Dabei wollte ich eigentlich mit euch feiern und euch DANKE sagen für die zahlreichen netten Kommentare und die dabei entstandene Kommunikation mit vielen Lesern von euch. Mittlerweile habe ich ja schon 127 Follower und bin darüber richtig glücklich. 

                               


Jetzt ist es endlich soweit, ich starte mal wieder ein Gewinnspiel.
Dazu habe ich euch drei Bücher ausgesucht, die ich zwar bereits gelesen habe, die jedoch noch in einwandfreiem Zustand sind und euch vielleicht die Sommerferien oder den Urlaub ein wenig verschönern können. 



Wählt euer Wunschbuch aus:

Nr. 1: Das Böse in euch - Rheena Weiß ist ein knallharter Thriller, der mich in Atem gehalten hat.


Nr. 2:  Liebe Macchiato  ist das gelungene Debüt von Eva Nordmann. Ein herrlich frischer Roman, der sich um Kaffee und Liebe dreht und für den Sommer genau das richtige Buch ist.


Nr. 3: Meine wundervolle Buchhandlung ist ein Roman von Petra Hartlieb, in dem sie ihre erfüllende Lebensaufgabe ihrer eigenen Buchhandlung erzählt.  


Ich hoffe, es ist für jeden Geschmack etwas dabei! Sucht euch euren Wunschtitel aus und schreibt ihn mir in die Kommentare! 

Nun viel Spaß beim Mitmachen und viel Glück, 
eure Sommerlese!



Teilnahmebedingungen:
  1. Teilnahme nur ab 18 Jahren oder mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern
  2. Gewinnen können ausschliesslich Follower meines Blogs.
  3. Das Gewinnspiel läuft vom 14.07.2017 bis zum 28.07.2017
  4. Im Gewinnfall müsst ihr euch innerhalb einer Woche bei mir melden, oder mir eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen unter der ich euch erreichen kann. Ansonsten bin ich leider gezwungen, erneut auszulosen
  5. Eure Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nach dem Versand umgehend gelöscht
  6. Der Versand der Gewinne erfolgt ausschließlich innerhalb Europas.
  7. Für den Postweg wird keine Haftung übernommen
  8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung des Gewinns möglich
  9. Der/Die Gewinner/in ist im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung (oder Nickname) auf meinem Blog und auf Facebook einverstanden 
  10. Die Aktion steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Blogger und wird in keiner Weise von Facebook bzw. Blogger gesponsert, unterstützt oder organisiert

Freitags-Füller # 46




 


Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Thema Nr. 1 ist in unserer Strasse im Moment das gemeinsame Strassenfest.  

 

2. Nach vielen Regentagen mit großen Wassermengen meinen viele Leute, der Sommer sei schlecht. Aber ich finde das unbedenklich.

 

3. Gestern hätte ich fast gedacht es sei schon wieder Altweibersommer, so viele Spinnenweben hängen in den Kellerfenstern.

 

4. In den Geschäften ist jetzt eine Menge reduziert, vielleicht schaue ich mal auf einen Bummel vorbei, nächste Woche.

 

5. Es würde helfen, wenn alle Menschen etwas rücksichtsvoller wären, im Moment begegnen mir mit dem Auto viele Raser und Chaoten.



6. Wenn ich etwas kaufen will, informiere ich mich meisten anhand von Produktrezensionen  bei Amazon.



7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine nette Chorprobe mit anschließendem gemütlichen Beisammensein mit Speis und Trank, morgen habe ich einen kleinen Ausflug geplant und Sonntag freue ich mich auf einen faulen Lesetag, hoffentlich auf der Terrasse.  


Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende!