Donnerstag, 7. September 2017

Das Rosie-Projekt - Graeme Simsion

Ein liebenswerter Nerd auf Freiersfüßen sorgt für witzige und berührende Unterhaltung.


Der Roman "Das Rosie-Projekt" ist der Überraschungserfolg des australischen IT-Beraters und Autors Graeme Simsion, der 2015 im Fischer Verlag erschien.


Don Tillman ist Genetik-Professor und Autist. Deswegen lebt er nach festen Regeln und logischen Strukturen. Dazu gehören feste Zeiten der Mahlzeiten, ein feststehender, immer wiederkehrender Speiseplan und feste Termine. Mit Überraschungen kann er nicht so gut umgehen, Unpünktlichkeit ist gegen sein Vorstellung und Rauchen lehnt er strikt ab. Sein Leben erklärt er mit wissenschaftlicher Präzision und plant es bestmöglich, um ja keine Minute zu verschwenden und so macht er sich an sein größtes Projekt, die Suche nach einer Ehefrau. Auch dazu benutzt er Formeln, Regeln und seine eigenen festgeschriebenen Ansichten, von der diese Superfrau nicht einen Millimeter abweichen darf. Emotionen hat er bei der Suche gar nicht eingeplant. 





Bei diesem Roman erfährt man Einzelheiten aus dem Leben eines Mann mit Asperger-Syndrom und erkennt die Probleme, die mitmenschliche Beziehungen für diese Menschen im Umgang mit anderen mitbringen. Ob diese Situationen auch aus medizinischer Hinsicht realistisch dargestellt werden, kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall erscheinen sie mir glaubhaft. 

Dons Sichtweise und die sachlich, nüchterne Betrachtung seiner Erlebnisse lesen sich nicht nur humorvoll, sondern rühren zutiefst. Aber was vielmehr hervorsticht, ist die Tatsache, dass er ein richtig liebenswerter Mann ist, der sich auf seine Weise erklärt, was seine Traumfrau mitbringen sollte. 

 

Mir erschien die Lovestory etwas zu überspitzt dargestellt und sie war auch vorhersehbar, dennoch hatte ich großen Spaß damit und habe den Professor auf Freiersfüßen gern begleitet. 
Denn Don tappt in so manches Fettnäppchen, er wird von Außenstehenden belächelt und seine besondere Sichtweise lässt ihn oft genug wie einen Tölpel dastehen und das Frauen eine eigene Meinung zum Thema Ehemann haben könnten, wird ihm erst bei seinem Projekt bewusst. Denn er lernt Rosie kennen, die überhaupt nicht seinem Fragebogen-Schema entspricht und doch ist er gern mit ihr zusammen. Eine rauchende, unpünktliche Barfrau passt einfach nicht als Ehefrau.

Graeme Simsion ist mit diesem Roman ein absolut witziges und auch einnehmendes Buch gelungen.  
Ein wenig Romantik, ein paar skurrile Personen und eine Geschichte, wie man sie kaum erwarten würde und schon ist ein unterhaltsames und originelles Buch geschrieben.


Mir hat dieser Roman berührende und witzige Lesestunden geschenkt und ich wurde sehr gut unterhalten. 



Kommentare:

  1. Guten Abend :)
    Dieses Buch habe ich geliebt und innerhalb einem Tag verschlungen. Auch der 2. Teil ist total witzig, vor allem zu Beginn :)
    Wo ich gerade gesehen habe, dass Du darüber Deine Rezi schreibst, musste ich schon wieder lächeln, so positiv ist das Buch mir in Erinnerung geblieben :)
    Ich freue mich, dass Du auch so viel Spaß mit dem Buch hattest und vielleicht liest Du irgendwann noch die Fortsetzung von dem guten Don und Rosie :)
    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      ich mochte das Buch auch richtig gern und habe es schnellstens gelesen.
      Wenn ein Buch zum Aufheitern anregt, dann kann es eigentlich nur gut sein! :-)

      LG Barbara

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  2. Hallo Barbara,

    oh, das Buch liegt auf meinem SuB, aber ich möchte es nun sehr bald mal lesen. Ich habe schon sehr viel Gutes darüber gehört und gelesen!

    Liebe Grüße
    Tessa

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    1. Hallo Tessa,

      dann solltest du es bald mal von SuB befreien. Es lohnt sich wirklich, auch wenn Dons Gedankengänge manchmal etwas schwierig zu verfolgen sind, wenn sie zu wissenschaftlich werden. :-)

      LG Barbara

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    2. Ich habe es mir fest vorgenommen, es bald zu lesen. :D

      Liebe Grüße an dich!
      Tessa

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