Sonntag, 3. September 2017

Der kleine Laden der einsamen Herzen - Annie Darling

Leichte, vorhersehbare Geschichte vor dem Hintergrund einer Buchhandlung. Charaktere waren ziemlich nervig.


"Der kleine Laden der einsamen Herzen" heißt der Roman von Annie Darling, der zum Reihenstart bei Penguin 2017 erscheint.  
 
Posy Morland ist Angestellte im Bookends, einer alteingesessenen Buchhandlung in Bloomsbury, London. Sie hat familiäre Schicksalsschläge hinter sich und kümmert sich nach dem Tod ihrer Eltern um ihren jüngeren Bruder Sam. Als sie in London eine Buchhandlung erbt, scheint sie endlich Glück im Leben zu haben und möchte dort nur Liebesromane mit Happy Ends anbieten. Sebastian, der Enkel der Verstorbenen, hat jedoch völlig andere Pläne und gibt Posy Contra wo er nur kann. Er ist ein  gutaussehender Typ, aber die Unverschämtheit in Person. Doch das kennt Posy von ihm seit ihrer Kindheit und gibt ihm verbale Gegenschläge. 




 

Geschichten über Buchhandlungen haben immer einen ganz besonderen Reiz und so bin ich schnell in die Handlung eingetaucht und habe zwar Posy bewundert, wie sie sich in ihre Idee festbeißt, den schlecht laufenden Buchladen in ein Romantikkönigreich umzubauen und dort nur Liebesromane anzubieten, aber diese Idee setzt sie mit drei Mitarbeitern um und wie sich so ein Laden dann rechnen soll, ist mir schleierhaft. 
Anfangs konnte mich der schöne, zwar etwas blumige Schreibstil für sich einnehmen, aber dann ging mir diese vorhersehbare und klischeehafte Geschichte doch gehörig auf die Nerven und besonders nervig sind die ständigen Streitereien mit Sebastian, der sie unschön beleidigt, herumkommandiert und stets mit Nachnamen anspricht. Wie sich vor lauter Beleidigungen Liebe entwickeln soll, kann ich nicht nachvollziehen. Auch das Rollenklischee ist nichts Neues, denn Sebastian als reicher Schnösel mit flotten Sportwagen dargestellt und Posy als dickliche unscheinbare Büchermaus wie Bridget Jones. Alles schon einmal dagewesen.

Neben ihrer fixen Idee mit der Liebesromanbuchhandlung schreibt Posy eine echte Regency-Liebesgeschichte, eine echte Schmonzette, bei der sie und Sebastian sich in Figuren wie in einem Jane Austen Roman verwandeln und sich Liebesgefühle in schwülstigster Weise entwickeln. Mehr Klischee geht nicht und von da an war das Buch für mich nur noch seichteste Unterhaltung.

Nur die Angestellten mit ihren ausgefallenen Besonderheiten konnten mich ein wenig zufriedenstellen. Verity ist der Zahlenmensch, sie weigert sich zu telefonieren und die blauhaarige Nina ist voller Büchertatoos und für jedes Date zu haben. 
Das Ende des Romans lebt von Charakteränderungen einiger Figuren, so etwas wirkt in meinen Augen absolut unrealistisch und lächerlich.



Dieser Roman ist eine seichte Liebesgeschichte mit nervigen Charakteren. Der einzige Lichtblick ist der Schauplatz der Buchhandlung. Von mir maximal 2,5 Sterne, die ich nicht aufrunden kann.

***Diesen Roman habe ich auf Anfrage beim Bloggerportals vom Penguin Verlag erhalten, vielen Dank dafür!***


  

Kommentare:

  1. Ohje, das klingt ja nicht so toll. Trotzdem danke für die schöne und ausführliche Rezi :) Liebe Grüße

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    1. Stimmt Anja! Aber vielleicht bin ich nur nicht die richtige Zielgruppe, auch wenn ich Buchhandlungen mag, lese ich nicht gern schwülstige Geschichten.

      LG Barbara

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