Mittwoch, 1. November 2017

Ich will brav sein - Clara Weiss

Konnte mich nicht so packen: viel Erzählung, viel Gruselstimmung, vorhersehbarer Täter, aber ein tolles Ende!


Das zweite Buch von Autorin Clara Weiss ist der Psychothriller "Ich will brav sein", er erscheint 2017 im Goldmann Verlag.

Juli zieht von Berlin nach München, um dort ihr Psychologiestudium zu beginnen. Die Trennung von ihrem Freund Hannes soll nur vorläufig sein. Finanziell ist Juli knapp ausgestattet und so ist sie froh, ein Zimmer bei der charismatischen Greta, Margaretha Brandstätter, zu bekommen. Sie ist Schauspielerin und hat so ihre Eigenarten, aber die jungen Frauen verstehen sich gut. Kurz nach Julis Einzug findet sie mit Gregor, Gretas Freund, eine Leiche auf dem Dachboden des Hauses. Es ist ein grausiger Anblick, denn aus dem Mund der Leiche quellen rote Haare und an der Tür zum Dachboden befindet sich eine Botschaft in kindlicher Schrift: Ich werde brav sein. Von da an beginnt eine unheimliche Stimmung im Hause und gemeinsam mit der Sommerhitze rauben sie fast Julis Verstand.


"Der Geruch von altem Holz und dickem Staub, der die Treppe herabschlich, schnürte ihr die Kehle zu. Ihre Knie wurden weich, doch die Mutter drängte sie unnachgiebig weiter hinauf, Stufe für Stufe." Zitat Seite 7

Die Story beginnt ziemlich schleppend und auch wenn die Einblenden aus dem Leben eines kleinen Mädchens erschüttern und berühren, aus ihnen wird man nicht sofort schlau. Julis Einleben nimmt eine gewisse Zeit ein und die Geschichte legt dann erst ab der Hälfte des Buches an Fahrt zu und bringt mit gruseligen Szenen auf dem Dachboden eine unheimliche Stimmung mit, der man als Leser ratlos, aber auch gespannt folgt. 

Für mich war dieser Thiller ein Buch, bei dem ich mich lange abgemüht habe. Denn auch wenn man die Bosheit und das Böse einiger Personen ahnen kann, so kann man die Story doch nicht durchschauen. Immer wieder sorgen Einschübe der Geschichte des kleinen Mädchens für Besorgnis, man wird daraus aber nicht schlau. So etwas verlangsamt meinen Lesefluss stets gewaltig. Aber ich habe mich durch das Buch gekämpft, die allgegenwärtig beschriebende Hitze ertragen und  wurde dann mit einem spektakulären Ende belohnt. Der Blick in dunkle Seelen und tiefe Abgründe der Psyche ist der Autorin inhaltlich gut gelungen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, sie schreibt flüssig, intensiv und lässt die Sommerhitze durch das Buch flimmern. Auch ihre Einblicke in die Gedanken und Erlebnisse des Kindes erscheinen sehr gewaltig. 
Mich stören aber auch die häufigen Aufzählungen von Kleidung, Gegenständen und Lebensmitteln. Das wirkt zwar sehr übersichtlich und umfassend, sodass sich der Leser ein genaues Bild machen kann, aber es ist mir einfach ein zu häufig eingesetztes Mittel zum Zweck.

Von Beginn an hat mich die Story um das Kind verwirrt und da das Rätsel um sie erst gegen Ende aufgeklärt wird, hatte ich Lesephasen, bei denen ich schon das Handtuch werfen wollte. Hier braucht man einen langen Atem.  


Ein Thriller mit vielen Details und mysteriösen Geschehnissen!  


***Herzlichen Dank für das Leseexemplar, das ich beim Bloggerportal angefragt habe und vom Goldmann Verlag erhielt!***




Kommentare:

  1. Hallo <3 Tolle Rezi! Schön das sie meine Meinung bestätigt hat. Ich wollte das Buch eigentlich kaufen denn der Klappentext war gar nicht so schlecht...habe mich aber dann doch dagegen entschieden weil ich genau sowas befürchtet habe...

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    1. Hallo Anja,

      ich habe dich schon vermisst. Hoffentlich nicht wieder ein Krankheitseinbruch bei deiner Familie!

      Ja, mit diesem Buch hatte ich zu kämpfen, dabei finde ich den Schreibstil der Autorin richtig gut. Aber die Sache mit dem Mädchen war mir einfach zu mysteriös.

      Liebe Grüße
      Barbara

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  2. Huhu Barbara,
    na da bin ich aber froh, dass ich es mir nicht besorgt habe. Ich hatte es ja erst auf dem Schirm, aber nach deiner Rezi klingt es so, als könnte es auch für mich nicht das richtige sein. Ich hoffe dein nächster Thriller ist wieder ein Highlight.
    Liebe Grüße, Petra

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    1. Liebe Petra,

      ich hoffe auch mal wieder auf einen echten Knaller in Sachen Thriller. Warten wir es mal ab! :-)

      LG Barbara

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