Mittwoch, 16. November 2016

Julie weiß, wo die Liebe wohnt - G. Legardinier

Überdrehter Liebesroman, der mich emotional überhaupt nicht berührte!


Der Roman "Julie weiß, wo die Liebe wohnt" ist vom französischen Autor Gilles Legardinier. Das Buch erschien 2013 im Goldmann Verlag


Julie verliebt sich in das Namensschild ihres neuen Nachbarn und versucht alles, um ihn heimlich zu beobachten. Dabei geschehen einige Missgeschicke, die an Peinlichkeit grenzen. 



Nachdem mir "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" so wunderbar gefallen hat, stand für mich fest, das ich auch dieses Buch ebenfalls wunderbar finden würde. Weit gefehlt! Dabei liegt das nicht etwa am Schreibstil von Gilles Legardinier. Er hat die Gabe, schöne Beschreibungen zu formulieren, die sehr blumig und romantisch sind und den Leser in die Welt der Liebe eintauchen lassen.

Leider fand ich dieses Buch enttäuschend. Das liegt zum Teil an Julie selbst, die mir nicht wie eine erwachsene Frau erscheint, sondern wie ein durchgedrehter, chaotischer Teenie. Sie ist ein wenig verrückt, was man sicher sein muss, um sich in ein Namensschild zu verlieben. Da sie den Unbekannten nicht kennt, lugt sie fast ständig durch ihren Türspion, um ihn endlich zu sehen. Das ist noch verständlich und amüsiert mich, aber sie geht noch weiter und angelt Post aus seinem Briefkasten, leider bleibt sie mit ihrer Hand hängen. Doch Rettung naht, in Person von ihrem Unbekannten, Ricardo Patatras. Bis hierhin war alles noch erträglich, wenn auch sehr übertrieben. 
Doch dann geht es mit Julie munter so weiter. Sie wechselt sogar ihren Beruf, damit sie ihrer Liebe näher kommt.
Nun bin ich nicht unbedingt sehr romantisch, kann aber durchaus mit einer guten Liebesgeschichte etwas anfangen. Hier wurde aber die Situation auf die Spitze getrieben und selbst die Liebesszenen sind staubtrocken und ohne Leidenschaft.


Was mir gut gefallen hat, ist die authentisch beschriebene   Wohngegend von Julies Quartier. Hier merkt man das französische Flair und der Zusammenhalt der Nachbarn untereinander wird sehr gut nachvollziehbar beschrieben. Besonders das Verhältnis von Julie und ihrer kranken Nachbarin ist rührend zu lesen.

Hier hätte man mehr draus machen können, dann wäre Julie mir wohl auch "normaler" erschienen. So aber war der Roman für mich nur eine etwas langweilige, überdrehte Geschichte, die ohne emotionalen Tiefgang keinen positiven bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich muss dazu noch anmerken, dass dieser Roman das Debüt des Autors ist.



Wer gern französische Liebesromane liest, sollte lieber zu "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" greifen. Für mich war hier leider wenig Zauber der Liebe in Sicht!





2 Kommentare:

  1. Liebe Barbara

    Jetzt bin ich froh, dass du es genauso siehst. Mich konnte es auch nicht überzeugen. Andere haben es gelobt. Bisher habe ich kein Buch mehr des Autoren gelesen.

    Liebe Grüße, Gisela

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  2. Liebe Gisela,
    ich hatte durch das wunderschöne Cover auch schon mehr erwartet! Macht nichts, lesen wir munter weiter und freuen uns auf Neues!
    LG Barbara

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