Dienstag, 21. November 2017

Winterhochzeit - Elin Hilderbrand

Oberflächlich, zu viel Drama und wenig Weihnachtsstimmung!


Nach "Winterglanz" und "Inselwinter" vervollständigt "Winterhochzeit" die Reihe von Elin Hilderbrand. Alle Romane verbindet die Familie Quinn, die sich in der kleinen Pension "Winter Street Inn" auf der Insel Nantucket zur Weihnachtszeit einfinden. Die Reihe erscheint im Goldmann Verlag.


Zu Weihnachten kommt die Familie Quinn hier traditionell zusammen, um gemeinsam zu feiern. Nach turbulenten Zeiten steht dieses Jahr ein ganz besonderes Fest an, denn Kevin, Sohn von Familienoberhaupt Kelley und seiner Ex-Frau Margaret, wird an Heiligabend endlich seine Freundin Isabelle heiraten. Doch ein Blizzard unbekannten Ausmaßes rückt näher. Wird die Hochzeit stattfinden können?


Das Buch wird kapitelweise aus der Sicht von verschiedenen Personen geschildert und jeder der Familie Quinn kommt zu Wort, egal, ob ehemalige Ehefrau oder neue Freunde. Das klingt interessant und birgt die Möglichkeit, jede Figur mit ihren persönlichen Wünschen,  Stimmungen und Vorstellungen näher kennen zu lernen. Das hat aber leider nicht geklappt, zu viele Sorgen, Nöte und Partnerschaftswirrungen machen mir diese Familie nicht unbedingt sympathisch. Ich hatte keine Personenprobleme durch die Menge, eher vom Inhaltlichen her sagen sie mir nicht zu.

 
Ich mag Charaktere, die normal sind, kleine Ecken und Kanten haben und nicht zu übertrieben dargestellt werden. Hier wird Wert gelegt auf das Besondere und auf das Äußere. Ein Beispiel möchte ich nicht vorenthalten: da geht Ava zu einem Bewerbungsgespräch für einen Job, sie möchte Karriere machen, dazu trägt sie ein Kleid von Diane Fürstenberg und ein paar Manolo Blahniks. Ihre Mutter hat gerade ein Interview bei Ellen DeGeneres, eine der bekanntesten Fernsehmoderatorinnen Amerikas. Alles ist sehr oberflächlich gehalten und inhaltliche Themen gehen nicht in die Tiefe. Da ist die Kleidung wichtiger.



Bei diesem Buch hatte ich auf eine schöne, weihnachtlich angehauchte Geschichte gehofft. Leider konnten mich die vielen problembeladenen und sehr oberflächlichen Personen nicht erreichen. Viel Drama, seichte amerikanische Soapfiguren und ein Schneesturm, der ein wenig für Winterchaos sorgte. Mehr war es für mich leider nicht. Ich bin schlicht und einfach enttäuscht von der Handlung und den nichtssagenden Figuren. Allen Personen haften zuviele Dramen und Leid an, Tablettensucht, Gefängnisstrafe wegen Betrugs und der verschollene Sohn im Afghanistan-Krieg. Und eine Tochter, die gleichzeitig zwei Freunde hat, sich nicht entscheiden kann und schließlich den neu hinzugekommenen Freund mit offenen Armen empfängt. Keine Daily-Soap würde ohne diese Dramen auskommen und es ist traurig, wenn sie jetzt auch schon in Büchern angelangt sind.


Wenn ein so kleines Buch mit so vielen Hauptfiguren überfrachtet wird, die reine Normalität nur drch die Erwähnung von Designer-Kleidung und Markenlabels zur Sprache kommt, Dekoration mit Stimmung verwechselt wird, dann bleibt mir nur ein Kopfschütteln übrig.

Reine Emotionen habe ich vermisst und auf einen Zugang zu den Charakteren habe ich vergeblich gehofft. Allein Margarets beruflicher Erfolg beim Fernsehen ist wohl allen zu Kopf gestiegen. Das einzige Positive was mir an dieser Familie gefallen hat, ist der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. So nimmt das Ende denn auch einen guten Ausgang, natürlich gerade zu Weihnachten.   




Für mich war das leider ein sehr enttäuschende Lektüre. Weniger Personen und weniger Probleme wären schön gewesen. Die aufwändige Brautparty und die Traumhochzeitsvorstellungen überspannen die Normalität und passen nicht zu den grundsätzlichen Problemen und der Heile-Welt-Haltung überein. Die Charaktere erscheinen mir unpersönlich und flach, mehr als 2 Sterne kann ich leider nicht vergeben, sonst würde ich andere Autoren mit ihren Werken nicht genügend wertschätzen. 


Es ist so schade, aber ich finde diesen Roman sehr oberflächlich und die Figuren sind mir zu überkandidelt. Weihnachtliche Stimmung kommt da nicht auf, trotz 4 Meter hoher Douglasie.

***Vielen Dank an den Verlag für dieses Leseexemplar, auch wenn es mich dieses Mal nicht zufriedenstellen konnte!***




 

Kommentare:

  1. Hallo Barbara,
    schade, dass es Dir nicht gefallen hat!
    Hast Du denn die beiden Vorgänger gelesen und kanntest Du die Figuren und deren Vorgeschichte?
    Ich habe beide Vorgänger mit 4 Sternen bewertet und finde es sehr schade, wenn das Ende so abflacht.
    Ich werde es als nächstes lesen und bin gespannt, wie ich es empfinden werde.

    Liebe Grüße

    Conny

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    1. Nee, Conny!
      Die Vorbände kenne ich nicht, die Charaktere fand ich schrecklich flach. Das war nicht mein Geschmack, zuviel Drama, zuviel Markenwerbung und dieses unterschwellige Gehabe, das auf bessere Kontakte hinzielt. Das mag ich nicht. Ehrlichkeit wäre da aufgrunde der vielen Baustellen mehr angesagt.

      LG Barbara

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  2. Huhu Barbara,

    also ich habe den Vorgänger dieses Buches gelesen, weil der Klappentext sehr interessant geklungen hatte. Inselwinter hieß der und ich habe mich da durch gequält, denn ich die Charaktere waren auch da schon total unpersönlich, hatten keine Tiefe und überhaupt alles sehr oberflächlich, eben das ganze, was du dort oben schon beschrieben hast.
    Es tut mir leid, dass du keinen Spaß an dem Buch hattest!

    Liebe Grüße


    Jenny

    PS: Ich folge dir jetzt auch endlich, keine Ahnung, warum ich das noch nicht gemacht habe!

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    1. Hallo Jenny,

      bei diesem Buch habe ich mich auch vom Cover blenden lassen. Ich hätte es ahnen müssen, dass mir so eine Geschichte nicht gefallen wird. Aber das hake ich schnell ab, der nächste Thriller ist auch nicht toll gewesen, jetzt konzentriere ich mich auf "Rette mich, wer kann" und finde es jetzt schon grandios.

      Danke fürs Folgen, ich freue mich! Wir haben aber auch immer ähnliche Bücher, da passt das gut! :-)
      LG Barbara

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